Wir werden regelmäßig zu Treppen gerufen, die nach zwölf oder fünfzehn Jahren durchgerostet sind. Fast nie ist die Konstruktion zu schwach gewesen. Fast immer stand irgendwo Wasser.
Die drei typischen Stellen
- Auflager am Boden. Wo eine Wange direkt auf dem Beton steht, zieht sie Feuchtigkeit und trocknet nie ab. Abhilfe: die Treppe auf Fußplatten stellen, die einen Spalt lassen, oder auf einen Sockel setzen.
- Hohlprofile. Kondenswasser sammelt sich innen und kommt nicht heraus. Deshalb müssen geschlossene Profile Entwässerungsöffnungen haben — beim Feuerverzinken ohnehin Pflicht, sonst kommt das Zink nicht überall hin.
- Schweißnähte und Schnittkanten. Beim Anstrich sind das die Schwachstellen. Beim Feuerverzinken nicht, weil der Zinküberzug metallisch verbunden ist und auch dort sitzt.
Feuerverzinken statt Streichen
Die fertig geschweißte Treppe kommt in ein Zinkbad. Das Zink verbindet sich mit dem Stahl — es liegt nicht nur oben auf. Selbst wenn die Schicht später einmal verkratzt, schützt das umliegende Zink die freigelegte Stelle noch. Ein Anstrich kann das nicht, dort beginnt unter der Verletzung sofort die Unterrostung.
Wer Farbe will, bekommt sie: Nach dem Verzinken wird pulverbeschichtet, in jedem RAL-Ton. Man hat dann beides — den Schutz darunter und die Optik darüber.
Trittsicherheit gehört dazu
Ein Rostschaden ist ärgerlich, ein Sturz auf vereisten Stufen gefährlich. Deshalb:
- Gitterrost: Regen und Schnee fallen durch, Laub bleibt nicht liegen. Für draußen die sicherste Wahl.
- Riffelblech: optisch ruhiger, braucht aber ein deutliches Gefälle, damit Wasser abläuft.
- Lochblech gekantet: Kompromiss zwischen beidem.
Und die Stufenmaße
Alle Stufen müssen gleich hoch sein. Eine einzelne abweichende Stufe — typischerweise die unterste, weil der Boden nachträglich aufgebaut wurde — ist die häufigste Stolperstelle überhaupt. Wir messen die tatsächliche Höhe vor Ort, weil Bestandspläne fast nie exakt stimmen, und teilen sie gleichmäßig auf.
Schlosserei